Einladungen zum Verlassen der eigenen - Evangelische Apostel Paulus Gemeinde

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Gemeinde Aktuell
Einladungen zum Verlassen der eigenen Enge und Dank an Frau Elvira Michaelis
Geht es Ihnen nicht immer wieder auch so? Man hört morgens die Nachrichten und denkt, da gibt es auch nichts wirklich Neues unter der Sonne auf diesem Erdball. Immer wieder Terroranschläge, Messerattacken, Überfälle, Unwetter, Randale, Wirtschaftskrisen, Muskeln spielen lassen und Drohen in der Politik, Massendemonstrationen, Demokratien, die sich immer mehr in Diktaturen verwandeln, Ängste schürende Prognosen über die Folgen der Digitalisierung, Ängste vor dem eigenen Älterwerden (Demenz), Skandale rund ums Auto und den Zustand unserer Straßen, Korruption, Unglücke, Doping im Sport, das schier Endlosthema BER, ….
Als bestünde die Welt vor allem nur aus tausend kleinen und großen Katastrophen, Machtspielen und Betrügereien, Siegern und Besiegten, zahllosen Ängsten gerade auch vor morgen, gleichsam als Hintergrundmusik des eigenen Lebens. Und dazu kommen den Tag über noch all die Pflichten, Erwartungen anderer, Optimierungszwänge, Ist das dein Leben? Und bist du mehr Zuschauer im eigenen
Leben, wirst gelebt?

Auf der anderen Seite: Vielleicht fühlt es sich eher echt, authentisch an, wenn es so aussieht: gerade die Gründung eines Start-up-Unternehmens angehen, der geplante Kauf oder Verkauf einer Eigentumswohnung in der Grunewaldstraße oder dem Gärtnern dort gemeinsam mit Nachbarn mit Hilfe von Hochbeeten, Reisen um die halbe Welt, das Flanieren auf der Akazienstraße, das Spielen mit den
Kindern auf dem Kirchspielplatz und nette Leute dort kennenlernen, das Lauschen der vielen Sprachen, die wie eine vor Leben nur so überquellende Symphonie von Tönen, Lebensentwürfen, kulturellen Prägungen rund um einen her wirken oder auf dem Gras liegen und die Wolken betrachten, beim Spanier einen bunten Strauß von Köstlichkeiten genießen, weitergehen und dem Straßenmusiker und seiner Lebensphilosophie lauschen…
All dies kann einem suggerieren: So ist mein, so ist eben unser Leben. Doch manchmal fragst du dich vielleicht. Ist das alles? Verlass doch einmal für eine Stunde oder mehr das, was du immer machst, verlasse die Rollen, die du immer wieder spielst, tritt heraus aus dem Gewohnten, der Enge (und sei es auch auf hohem Niveau!) und öffne die Tür zu neuen Räumen. Vielleicht ist es ja gar nicht zu spät, dich selbst wieder neu zu erfinden.
Da heißt es, sich Fragen zu stellen
wie:
Wer will ich sein?
Wie will ich leben?
Wie zeige ich mir und anderen, dass ich noch lange nicht mit mir fertig bin, sondern ich noch viel an mir entdecken kann?
Wo finde ich einen Ort, wo ich das probeweise mal sagen kann, was ich mich sonst nicht traue, neue Seiten an mir entdecken lerne, ohne Angst auch mal die Perspektive wechseln kann und so sein kann, wie ich bin?

Ich möchte dir vier Möglichkeiten vorstellen, sich einmal etwas neu erfinden zu lernen, vielleicht sogar auch aufzubrechen zu einem Ort in dir, wo alles heil ist. Ja, vielleicht sogar es zu erleben in einer offenen Gruppe: Da stehen ganz unterschiedliche Menschen zueinander, und man hat den Eindruck, Gespräche über die Not in der Welt (du bist hier nicht die Hauptsache, sondern eher über gelingendes
Leben, Glück und Lebensmut) sind nur die Erfindung einer zu schwachen Hoffnung. Vielmehr wird ganz unkompliziert vorgelebt und darüber gesprochen, was heil macht, Kraft gibt, einem wieder Flügel verleiht
und ganz nebenbei auch Lust macht, meinem Gegenüber wirklich zuzuhören. Und das Thema bist auch du, sind deine Sehnsüchte und Ängste, aber auch das, was dein Leben innerlich reich macht; aber bedenke:
Niemand wird hier dazu gedrängt, etwas zu sagen, sondern nur, wenn du es magst. Und vielleicht bekommst du bei den Gesprächen auch Anregungen dazu, zu erkennen, wer du wirklich bist.

1. Frau Michaelis (Ansprechpartnerin) und der Gesellige Nachmittag, am Freitag, von 15.30 Uhr bis 18.00 Uhr im Saal I des Gemeindehauses. Frau Michaelis ist für mich eine wahre Heldin. Sie ist eben 85 Jahre alt geworden und hat in Ihrem Leben manche Tiefen durchschritten, viele Prüfungen im Leben mit Gottes Hilfe gemeistert, wie die Jahre im Kinderheim, die Schrecken des Krieges mit der Erfahrung dreimal ausgebombt worden zu sein; vor allem der große Bombenangriff 1943 hat sich in ihrem Gedächtnis tief eingebrannt; und auch die Bewahrung ihres Lebens, als die Alliierten Dresden in Schutt und Asche legten. Eigentlich wollte sie an diesem Tag gerade dorthin aufbrechen, doch Gott fügte es anders. Sie hat immer wieder persönlich Schweres erlebt, hat unvorbereitet Abschied nehmen müssen von Menschen, die ihr nahe standen, hat da bei aber nicht resigniert oder wäre gar zynisch geworden, im Gegenteil. Sie strahlt ganz viel Liebe und Dankbarkeit aus. Mit ihrer großen praktischen Intelligenz ließ sie sich bis heute nie unterkriegen, auch nicht als ihr körperliche Beeinträchtigungen widerfuhren.
Und sie kann das Positive im Leben dankbar erinnernd als Kraftquelle nutzen: Wie die geistig sehr beeindruckende Großmutter aus gutbürgerlichem Stand, die ihr vorlebte und sinngemäß ins Stammbuch schrieb: Da, wo man mich hinstellt, da habe ich meine Aufgabe.
Und als Kraftquelle hierzu: Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat. Psalm 103,2

Kein Wunder, dass man Frau Michaels über viele Jahre überall in der Gemeinde erleben kann mit viel Herz und Verstand, innerlich lebendig und mit einem lebendigen Glauben begabt, der sich anderen nicht aufdrängt. Als Lückenbüßer ist sie sich nie vorgekommen, sondern als jemand, der gerne seine Gaben vielfältig einsetzt: früher im Singkreis, der zahlreiche Feste bereicherte, die Familienkirche zu einer generationenübergreifenden Veranstaltung werden ließ, heute noch viel im Bibel teilen und als Lektorin beim Salbungs- und Segnungsgottesdienst beizutragen weiß, dem sonntäglichen Kirchencafé nach dem Gottesdienst eine herzliche, warme und mit dem Kuchen (wie auch beim Geselligen Nachmittag) Note verleiht, und den Kontakt zu vielen Senior*innen pflegt. Und hellwach die Veränderungen in der Gemeinde mit verfolgt und hofft, dass auch in Zukunft die Rolle der ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen als Gesicht und Herz der Gemeinde (Frau Michaelis ist im Kiez bekannt, schätzt man sie doch über alle Maßen
als typisch Berliner Concierge, Hauswartsfrau träfe es nicht ganz, mit einem offenen Ohr für die Nöte der Menschen und ihre Freuden (!). Aber vor allem hängt ihr Herz an dem Geselligen Nachmittag bei gemeinsamem Spiel und Gespräch. Den Kreis hat sie als Ansprechpartnerin mit von Frau Behrens übernommen. Auf keinen Fall wollte sie diesen so viel Kraft und Lebensfreude spendenden Kreis verschwinden lassen. Über die Jahre ist eine für andere und von unseren Konfirmand*innen Praktikanten immer wieder bestätigte, sehr intensive Gemeinschaft entstanden, die immer wieder für Neue offen ist, wo eine humorvolle Atmosphäre herrscht, und man die kleinen Schwächen des Anderen nicht aufpikst, sondern z. B. Vergesslichkeit mit hilfreichen Erinnerungsbrücken, Memos und Nachsicht beantwortet, oder mit einem Lächeln übergeht. Gemeinsam beschließt man, welche Spiele (ältere und neue) gespielt werden und worüber man sich so unterhält. Anders als oft an anderen Orten, wird hier weniger litaneiartig über Unerfreuliches gesprochen, d.h. über das, was einen so tag täglich ärgert; nein, hier nimmt man vor allem Anteil am Guten, was einem widerfährt. Nicht weil man die dunklen Seiten des Lebens zu Seite schieben will, sondern weil hier mehr gesehen wird als das Negative. All das, was unser Leben in schönen Farben erscheinen lässt. Da gibt es bunte Farbkleckse, die hervorstechen. Ein besonderes Ereignis auf das eine( r) sich freut, eine angenehme Überraschung, die den Alltag durchbricht. Neue nehmen oft fast unbewusst einen hellen Grundton in der Gesprächsatmosphäre wahr. Gemeinsam wird auch nach der Gruppe alles wieder weggeräumt und gemeinsam abgewaschen; jede( r ) beteiligt sich so gut wie er kann und hat so das Gefühl: Es kommt auf mich an. Ich werde nicht betreut, sondern gestalte hier mit. Ich gehöre dazu, bin eine( r ) wie du und ich. Alles geschieht oft in entspannter Atmosphäre, wobei auch die innere Flexibilität trainiert wird. Persönliche Fragen dominieren bei den Gesprächen auch beim Abwasch. Aktuelles aus der Zeitung taucht auch immer wieder auf. Es wird aber niemand zu einer Überzeugung zu überreden versucht. Nicht auf dem Programm stehen, doch oft geschieht es: Man besucht erkrankte Gruppenmitglieder im Krankenhaus, falls möglich oder holt auch mal jemand ab, der nicht so gut zu Fuß ist. Frau Michaelis hat da einen wundervoll seelsorgerlichen Blick, der unterstützend wirkt, wo nötig, nicht aber die Freiheit des anderen einschränkend oder gar bevormundend. Ihr und den anderen aber ist wichtig: Jede(r ) ist selbst verantwortlich für das, was in der Gruppe möglich ist und was nicht. Es darf und soll auch in Zukunft nicht alles an Frau Michaelis hängen. Ihr aber gilt unser großer Dank und die Einladung an Interessierte, Freitags mal im Geselligen Nachmittag sich einzubringen, wenn sie offen für ihre Mitmenschen sind, neugierig auf sich und andere auf spielerische Weise kennen lernen wollen.
Ihnen, Frau Michaelis sei zu Ihrem 85. Geburtstag von uns gesagt:
Sie sind aufgewachsen in einer Zeit, in der sich manche zu Vorbildern und Helden gemacht haben, die in Wirklichkeit das Leben vieler in Unglück gebracht haben.
Durch Ihren wachen Geist wussten und wissen sie zu unterscheiden, was im Leben Anerkennung verdient und was nicht. Und von diesem inneren Kompass aus haben sie Ihr Leben immer wieder beleuchtet und die Konsequenzen daraus gezogen.
Aber Sie sind in unseren Augen eine wirkliche Heldin. Sie haben die vielen Prüfungen im Leben mit Gottes Hilfe bestanden, und sind gütig, liebevoll und hilfsbereit geblieben. Immer wieder haben Sie neue Fähigkeiten in sich und Aufgaben für sich entdeckt, selbst aus körperlichen Beeinträchtigungen noch das Beste gemacht, haben mutig Herausforderungen angenommen, sich eingesetzt und ihre Umgebung etwas menschlicher gemacht. Ihre Größe ist eine innere, die sie niemand beweisen müssen.
Sie stehen für die Erkenntnis: Übersieh nicht das Gute in deinem Leben, denn es macht dein Leben heller. Vergiss nicht, Gott zu danken! Denn danken tut gut!
Gott segne Sie und alle, die Ihnen begegnen.
Ihr Michael Daudert
2. Doris Behrens (Ansprechpartnerin) Donnertägliches Frühstück/ einmal im Monat nach Vereinbarung.
Liebe Frau Behrens, Sie sind gerade 70 Jahre alt geworden und dabei innerlich jung geblieben, dass man es
kaum glauben möchte. Wie die Zeit verfliegt. 2012 blickten Sie im Paulus gerade auf 6 Jahre “55+” zurück, auf eine ereignisreiche Zeit und so auch auf das donnertägliche Frühstück. Dies hat für Sie sicher auch sehr viel an Vorbereitung bedeutet: Leckeres einkaufen, eindecken und den Tisch schmücken, einen geistlichen Impuls einplanen, ein Thema in Hinterhand haben und dazu auch Literatur bereit halten…und…. und. Und viel Freiraum den Teilnehmenden lassen sich selbst einzubringen und sich offen auszutauschen.

Wer wie ich auch mal das Miteinander beim Frühstück erlebt hat, der kann nur sagen: Dieses Donnerstags-Frühstück ist ein wahres Ereignis. Mit viel Liebe und Sorgfalt ist alles hergerichtet und spricht zu einem: Sei herzlich willkommen! Lass dich ruhig hier nieder! Du darfst so sein wie Du bist, aber du musst nicht so bleiben wie du bist, wenn Du zu neuen Ufern aufbrechen willst.
Und was das seelsorgerliche Geschick von Ihnen, Frau Behrens anbelangt, da kann ich nur bestätigen. Als jemand, der selber im Leben immer wieder dunklen Stunden begegnete, die einen hätten in die Knie zwingen können, habe ich Sie immer wieder als jemand kennen gelernt, der andere aufgebaut hat, Berliner Humor, nicht Schnauze, lebt, wie keine andere weit und breit, und Glaubenszuversicht verbreitet, und die sich Worte von Adalbert von Chamisso zu eigen gemacht hat, wie diese: In “Das handliche Kreuz” heißt es sinngemäß: “ Eine Legende berichtet, wie Gott Erbarmen hatte mit einem Menschen, der sich über sein zu schweres Kreuz beklagte. Er führte ihn zu einem Raum, in dem alle Kreuze der Menschen aufgestellt waren, und sagte zu ihm: “Wähle!”
Der Mensch machte sich auf die Suche. Da sah er ein ganz dünnes Kreuz, das jedoch sehr lang war. Er sah ein ganz kleines, aber als er es aufheben wollte, war es schwer wie Blei. Da sah er eins, das gefiel ihm, und er legte es auf seine Schultern. Doch da merkte er, dass das Kreuz an der Stelle, an der es auf der Schulter auflag, eine scharfe Spitze hatte, die ihm wie ein Dorn ins Fleisch drang. So hatte jedes
Kreuz etwas Unangenehmes.
Als er schon fast alle Kreuze durchgesehen hatte, entdeckte er noch eins, das versteckt stand. Das war nicht zu schwer, nicht zu leicht, so richtig handlich, wie geschaffen für ihn. Dieses Kreuz wollte er in Zukunft tragen. Als er näher hinschaute, merkte er, dass es sein eigenes Kreuz war, das er bislang getragen hatte.”
Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie Ihr Mann verstarb, als ihre Tochter im Konfirmanden -alter war. Doch Sie zogen sich nicht zurück, sondern nahmen Ihr Kreuz, Ihre Herausforderungen an und lernten zu neuen Ufern aufzubrechen. Erst im Seelsorgekurs, dann beim Projekt 55+, dem Lektorendienst, der Mitarbeit im Gemeindekirchenrat, im Ehrenamtlichenmitarbeiter*innenkreis, in der Gottesdienstwerkstatt bei der Mitgestaltung von Salbungs- und Segnungsgottesdiensten, Osternächten, im Singekreis, bei den Senior*innengeburstagsfeiern, und vielem anderen mehr. Auch für die Entwicklung der evangelisch-kirchlichen Region Schöneberg-Mitte zeigen Sie großes Interesse, durchaus mit eigenen Vorstellungen sowie nicht zuletzt auch an all dem, was das Geschehen im Kirchencafé und rund um die Vorbereitung und Nachbereitung von Gottesdiensten anbelangt. So mancher Neuling als angehender Pfarrer oder Neuling in der Gottesdienstgestaltung in der Gemeinde hat durch Sie Unterstützung, Ermutigung und auch Trost, wenn es mal sein musste, erfahren.
Doch die Seelsorge mit Menschen der Generation 55+ ( sie sehen das aber nicht so eng, wir auch nicht!) liegt Ihnen besonders am Herzen.
Besonders Ihre große Menschenkenntnis und Ihr biblisch geprägter Glaube, der sehr erfahrungsgetränkt ist, vermag immer wieder erschöpfte Menschen aufzurichten, zu ermutigen den Herausforderungen des Tages nicht nörgelnd entgegenzugehen, sondern in zuversichtlicher Erwartung.
Dabei spürt man Ihnen ab, ohne dass sie ständig mit Bibelzitaten nur so um sich werfen, dass Menschen in Ihrer Nähe zu sich kommen können, lernen wieder aufzuatmen, Dinge aus einer anderen, hilfreicheren Perspektive zu sehen, und lernen “ihr Kreuz” anzunehmen. Sie erleben: Ich bin nicht allein. Ich werde begleitet vom lebendigen Gott. Diese Begleitung kann mein Leben verändern. Ich muss nicht alles allein bewältigen, ich darf zuversichtlich sein: egal was passiert, ich werde nicht immer und immer wieder scheitern. Denn Gott schenkt mir Vertrauen, dass er letztlich alles in meinem Leben zum Guten wenden
wird, schließlich alles Unvollendete vollenden wird.
Um mich mal in einen Besucher, eine Besucherin des Donnerstagsfrühstück hineinzuversetzen, in dem Sie, Frau Behrens, Ansprechpartnerin sind. D.h., dass auch hier seelisch geschwächte Menschen die Erfahrung machen können, dass sie etwas Positives beitragen können, indem sie nach dem Frühstück beim Abtragen und Abwasch sich beteiligen und sich auf den Gruppenprozess einlassen, der beispielhaft als Selbstgespräch formuliert so aussehen könnte:
Wieder so ein Tag, wo so vieles auf mich einstürmen wird.
Schon beim Aufwachen habe ich mich wieder so müde gefühlt. Am liebsten wäre ich im Bett liegen geblieben. Wie soll ich das alles schaffen?
Um ein Haar und ich wäre gar nicht zum Frühstück gekommen. Ich kann mich einfach zu Vielem nicht recht aufraffen.
Und dann mag mich sicher niemand, wenn ich hier so schlecht drauf bin. (Hier könnten nicht drängende Einreden stehen, die das negative Selbstbild erschüttern.)
Ich spüre hier, dass ich so sein darf, wie ich bin. Ich werde … genießen.
Ich spüre wie Müdigkeit, Erschöpfung von mir abfällt und ich mir hier geboren fühle.

Und dann kann sich das im Laufe der Donnerstagsfrühstücke in einem so anfühlen:
Ich spüre nach unserem letzten Frühstück eine kleine Regung, eine Ahnung, die ich beachten sollte. Wenn ich sie nicht zulasse, dann rührt sie sich nicht mehr in mir. Ich muss sie immer wieder hervorlocken, wie neulich. Da war ein Seufzen in mir, ein kurzes Aufatmen, ein Stillewerden, wo sich mein Inneres meldete,ein Gedanke in mir auftauchte, der mir zeigte: Das Leben in mir ist etwas Kostbares, womit ich achtsam umgehen muss. Es will gewürdigt, getragen und unverwechselbar sein. Erfasse dieses Leuchten, das dich umgibt und nur Du selbst ausdrücken kannst.
Seien Sie, Frau Behrens, Sie selbst, so tun Sie uns gut; Gott segne Sie und schenke Ihnen viel Kraft zu lockenden Aufgaben.
Ihr Michael Daudert

3. Frau … Hoppe (Vornamen bitte einfügen!) - Mitarbeiterin auf Zeit in der offenen Kirche von 12-18 Uhr ( Montag bis Freitag).
Offenes Kaffee/Tee trinken von 15.00 bis 16.00 Uhr an einem Wochentag nach Vereinbarung.
Sie, Frau Hoppe, erleben das ja oft. Menschen kommen zu Ihnen durch Kriegserfahrungen oder familiäre
Gewalt traumatisiert, die einfach in einer Ecke der Kirche sitzen und es lange braucht, bis man sie vorsichtig ansprechen kann. Sie haben da ein gutes Gespür dafür, was zu tun oder zu lassen ist. Oft ist da in einem behutsamen Gespräch Vertrauen aufzubauen

dass das gleich Gesprochene auch vertraulich bleibt. Andere, oft ältere Menschen berichten recht häufig davon, dass sie sich von ihrer Familie alleingelassen vorkommen und Angst vor der Zukunft haben. Viele fühlen sich von der Demenz oder anderen Beeinträchtigungen ihrer Ehepartner total überfordert und sehen kein Licht am Horizont. Oft haben sie auch schlicht den Eindruck von anderen übersehen zu werden, keines Blickes gewürdigt zu werden. Irgendwie haben sie oft das Gefühl lebendig im Nichts zu verschwinden; oder im Straßenverkehr oft einfach nur weggedrängt und beschimpft zu werden. Das lässt sie immer unsicherer werden.
Auch die vielen unerwünschten Werbeangebote am Telefon verunsichern viele ältere Menschen.
Hier zeigen Sie, Frau Hoppe, immer wieder im Gespräch großes Geschick, denn wenn die Leute aus der Kirche gehen, sind sie oft wie erleichtert und drücken das auch durch die ganze Körpersprache aus: Ich bin auch wer.
Manch einer lässt aber seine Wut heraus über allgegenwärtige Unwahrheiten , Regelverletzungen und
mit der Frage: Wem kann ich eigentlich noch heute trauen?
Hier ein offenes Ohr zu haben, dazu bietet Frau Hoppe einmal in der Woche die Gelegenheit ohne ideologischen Heißspornen die Hand zu reichen.
Und als vielleicht seelisch Belasteter die Erfahrung zu machen: Nicht nur Frau Hoppe, auch Gott hört mir zu, ist mir nah - das tut in der Kirche ein Übriges. Denn sie stellt ihn mir als empathisch, verzeihend, ermutigend und tröstend vor Augen, Viele zünden dann nach dem Gespräch zu einem stillen Gebet auch ein Teelicht an.
Und in glücklichen Augenblicken kann sich im Gespräch mit Ihnen, Frau Hoppe, dies ereignen - wie zig
mal schon geschehen.
Da denkt einer:
Ich war mir zuerst unsicher, ob ich die Kirche betreten soll. Ich war ja so lange da nicht gewesen, eigentlich noch gar nie bewusst.
Ich möchte aber mal jemand begegnen, der mich so nimmt wie ich bin, wo mir nichts peinlich ist.
Bei dem ich mir das zu sagen erlaube, wozu ich oft nicht den Mut habe.
Bei dem ich mich nicht verstecken muss, ja sogar das Tabu brechen und über Gott mit ihm reden kann.
Denn ich kann eben so sein wie ich bin, weil mein Gegenüber mich in der Tiefe versteht.
Ich möchte auch jemand sein, der einen Namen hat, der wer ist, dem ich im Gespräch etwas bedeute, der mit mir bereit ist meine Freude zu teilen und den Schmerz.
Wenn ich mich ganz in das Gespräch hineinbegeben kann, dann ist das wie auf eine Reise gehen.
Ich spüre dann meine Sehnsucht in mir.
Mir eröffnen sich plötzlich Wege, die mir bisher verschlossen waren.
Mit dir/Ihnen entdecke ich mich, sehe ich mich in einem anderen Licht.

Liebe Frau Hoppe, mögen noch viele Menschen durch Sie und den lebendigen Gott wie bisher wichtige Anregungen für ihr Leben finden ohne sich religiös bevormundet zu fühlen.

Ihr Michael Daudert
 
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